Athletiktraining in verschiedenen Sportarten

für welche Sportarten ist Athletiktraining geeignet?

Neben den klassischen Ballsportarten wie Fußball, Handball oder Volleyball, ist das Athletiktraining auch in anderen Sportarten mittlerweile aus dem Schattendasein heraus gewachsen.
So ist Athletiktraining auch für Sportarten wie Laufen, Triathlon oder Schwimmen immer weiter auf dem Vormarsch. Grundsätzlich und unabhängig von der Sportart gilt, dass das Athletiktraining immer das Ziel vor Augen hat, sportliche Höchstleistungen zu fördern, zu verbessern und auf Dauer zu ermöglichen.
Die Agilität, die Schnell- und Maximalkraft sind die Faktoren die entscheidend darüber sind, ob Spieler und Mannschaften in Ballsportarten zur Weltspitze gehören oder nicht. Das Athletiktraining hierfür unterscheidet sich im wesentlichen kaum, da es als Grundlage für erfolgreiche Wettkämpfe dient.

Athletiktraining im Fußball

Mit der Fußball WM 2006, unserem Sommermärchen, ist das Athletiktraining im Fußball auch der breiten Masse bekannt geworden. Klinsmann ließ zu seiner Einführung als Bundestrainer im Jahr 2004 die Mannschaft mit bunten Bändern an den Beinen rumhüpfen oder sich gegenseitig an Seilen befestigt über den Rasen ziehen. Das sorgte damals noch für Kopfschütteln und viel Verwunderung.
Zum Glück hat sich das Trainerteam durchgesetzt und konnte mit einer überzeugenden Leistung in den Spielen punkten und schließlich den Weltmeistertitel holen!

Mittlerweile ist das Athletiktraining im Fußball ein fester Bestandteil und auch in den unteren Ligen weiß man um die Möglichkeiten die solch ein Training mit sich bringt. Die athletischen Fähigkeiten der Fußballspieler steigen von Jahr zu Jahr. Das Spiel insgesamt wird schneller und Zweikampf betonter. Während die Spieler bei der WM 1954 durchschnittlich 3 Kilometer zurücklegten, waren es im Jahr 2006 bereits 11,3 Kilometer.
Auch die Sichtweise der Verantwortlichen hat sich massiv geändert. So sehen die Trainer erst den vollständigen Athleten und erst danach den Fußballspieler.

Der Fokus auf die Kernkraft

Erst eine optimal austrainierte Bauch- und Rückenmuskulatur sorgt für einen starken Rumpf. Diese Stärke ist notwendig um

 

  • schnelle Richtungswechsel
  • einen festen Schuss
  • schnelle Sprints

 

 

hinlegen zu können. Ohne diese unspezifische Kraft, sind also alle anderen Bemühungen recht aussichtslos wenn man sich die aktuellen Fußballspiele ansieht. Auf gut Deutsch würde man ohne keinen Blumentopf mehr gewinnen können.
Mit entscheidend über Sieg oder Niederlage ist also heute mehr denn je die athletische und körperliche Dominanz der Spieler.

Handball in Verbindung mit Atletiktraining

Vom professionellen Bundesligaverein bis hin zum ambitionierten Handballverein hat sich Athletiktraining mittlerweile manifestiert. Schaut man sich aktuelle Spiele (und Spieler) in der Handballbundesliga an, so wird einem sehr schnell bewusst, das ohne eine entsprechende Athletik keiner der Spieler/Vereine auf diesem Niveau mithalten kann.
Schneller laufen, höher springen und härter werfen sind die Hauptziele im Athletiktraining für Handball. Diese und andere Faktoren entscheiden über Sieg oder Niederlage.
Handball hat sich in den letzten Jahren zu einem harten, dynamischen und schnellen Sport entwickelt.
Als Ganzkörpersportart stellt der Handballsport den gesamten Körper in den Mittelpunkt: den Unterkörper für schnelle Antritte, explosive Drehungen oder hohe und weite Sprünge, als auch den Oberkörper für feste Würfe oder aggressive Defensivarbeit. Es finden sich alle Bewegungsmuster, die der menschliche Körper kann: Flexionen, Extensionen und auch Rotationen in den Extremitäten und vor allem im Rumpfbereich.
Diese Bewegungsvielfalt muss sich zwingend im Athletiktraining wiederfinden. Es reicht nicht mehr aus Spieler mittels isoliertem Krafttraining an Geräten auf die Spiele vorzubereiten.
Die Besonderheit, dass die Bewegungen multidimensional sind, also in der Sagtial- Frontal und Horizontalebene ausgeführt werden, kann nur dann optimal trainiert werden wenn sich das Training auch speziell diesen komplexen Bewegungsreihen widmet.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Verletzungsprävention im Athletiktraining im Handball. Da die Spiele mitunter recht körperbetont und ruppig sind, ist eine ausgeprägte athletische Physis unumgänglich.

Athletiktraining für Läufer/innen

Läufer/Innen müssen schnell und lange laufen. Könnte man meinen! Aber laufen besteht eben bei genauerer Betrachtung aus mehr als aus einer lateralen einfachen Bewegung. Neben dem Ausdauertraining sollten Läufer/Innen die spezifische Athletik nicht aus den Augen verlieren.
Zwar ziehen Läufer überwiegend das klassische Ausdauertaining dem Athletiktraining vor, obwohl eine Fülle an Übungen existieren, die Ihre Laufleistung nachhaltig verbessern.
Mögliche Verbesserungen die im funktionellen Athletiktraining für Läufer angestrebt werden sind:

 

  • Übertragung der Kräfte
  • die neuromuskuläre Zusammenarbeit
  • veränderter Laufstil

 

 

Die größtmögliche Verbesserung der Laufleistung liegt auch hier im Rumpf des Läufers, da dieser bei jedem einzelnen Bodenkontakt den gesamten Körper stabilisiert. Diesem Umstand kommt eine besondere Bedeutung zu, da immer nur ein Fuß im Lauf den Boden berührt und somit die auftretenden Rotationskräfte kompensiert werden müssen.
Je schneller gelaufen wird, desto größer sind die auftretenden “Bodenreaktionskräfte” die auf den Rumpf einwirken. Ein starker Körperkern hilft Ausweich- und Ausgleichsbewegungen zu vermeiden die Kräftezehrend und letztlich dem Vortrieb die Kraft wegnehmen. Ein spezielles Athletiktraining kann also die Laufleistung direkt positiv beeinflussen.

Nicht den Muskel sondern seine Funktion trainieren

Muskeln werden im regulären Fitnesstraining einfach im Hinblick auf Ihre Bewegung betrachtet. Man schaut also wo der Muskel seinen Ursprung hat und was am Ansatz bei einer Muskelkontraktion passiert.
Der für Läufer wichtigste Muskel ist der Musculus Biceps femoris, der Beinbeuger. Er entspringt im Becken und setzt unterhalb des Kniegelenks an der Rückseite des des Schienbeins an. Bei seiner Kontraktion bewegt sich der Unterschenkel nach oben Richtung Oberschenkel.
Betrachtet man die Bewegung aber sportartspezifisch, so lässt sich feststellen, dass sich die Funktion ändert. Beim laufen wird der Fuß auf den Boden abgesetzt und ist in dieser Position fixiert, weshalb der Ansatz des Beinbeugers unbeweglich ist. Der musculus biceps femoris beugt jetzt nicht mehr das Bein, sondern er agiert als Hüftstrecker. Diese Veränderungen der Innervenierungs- und Koordinationsvoraussetzungen müssen zwingend im Athletiktraining für Läufer berücksichtigt werden.

Maximalkrafttraining für bessere Laufleistung

Athletiktraining für Läufer muss neben Koordinations- und Stabilisationsübungen auch Übungen zur Verbesserung der Maximalkraft beinhalten.
Hohe Gewichte mit explosivem Krafteinsatz und wenigen Wiederholungen haben sich in der Praxis als wirkungsvoll erwiesen.

Übungen für Läufer im Athletiktraining

Es gibt schlicht unendlich viele Übungen. Wir möchten ein paar aus unserer Praxis zeigen mit denen wir mit unsere Athleten hervorragende Verbesserungen erreichen konnten:

 

  • einbeiniges Beckenheben mit dem Pezziball
  • Plank und Varianten
  • rückwärtige Ausfallschritte mit der Langhantel
  • banded sidewalks

 

 

Athletiktraining im Rugby

Rugby gilt als die dynamischste und kraftdominanteste Ballsportart. Die Spieler sind Athleten in “Reinform”. Wettkämpfer die über ausgewogene und ausgeprägte, umfassende und spezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen. Klassische Allrounder also.
Rugbyspieler benötigen eine enorme Kraftausdauerleistung, Maximal- und Sprintkraft – eigentlich alles.
Rugby hat nicht nur enorm an Popularität gewonnen, sondern es ist ein wahnsinnig schnelles Spiel. Verglichen mit American Football zum Beispiel, wird es de facto ohne Pause gespielt. Der Spielball muss immer in Bewegung oder frei sein. Während beim American Football nach jedem Angriff wenn ein Spieler mit dem kleinen Ball zu Boden geht abgepfiffen wird, geht es beim Rugby dann erst richtig los.
Der Ball muss verteidigt werden, die gegnerischen Spieler versuchen mit allen erlaubten Mitteln den Ball zu erobern und in die Endzone, dem Malfeld, zu tragen.
Jeder Ballführende Spieler darf getackelt (tiefgehalten) und zu Boden gerissen werden.

Da Rugbyspieler nur sehr begrenzt spezifische Aufgaben innerhalb des Spiels ausführen, muss jeder einzelne Spieler an allen Positionen einsetzbar sein. Das erklärt, warum auch die “kleineren” Spieler selten unter 1,75 Meter groß und fast nie weniger als 90 Kilogramm wiegen.

Somit erklärt es sich auch, dass das Athletiktraining für Rugby ein wichtige Stellung innerhalb der Trainingsplanung einnimmt. Ohne eine funktionierende Athletik sind Rugbyspiele auf dem bekannten Niveau internationaler Mannschaften gar nicht denkbar.
Das Athletiktraining im Rugby ist umfassend und bedürfte einer eigenen Webseite, weshalb wir hier darauf verzichten spezifische Einzelheiten aufzuführen.

Verbesserung der sportlichen Höchstleistungen mittels Athletiktraining

Ohne ein zielgerichtetes Athletiktraining sind Sportarten heute nicht mehr denkbar. Zu hoch sind die Anforderungen an die Sportler und zu groß die Möglichkeiten im Spitzen- und Leistungssport Geld damit zu verdienen.
Adaptiert für den Hobbysportler oder den Fitnessbegeisterten kann man festhalten, dass alle Übungen aus den sportartspezifischen Trainingsprogrammen zielführend sind, da sie die Athletik des Menschen verbessern. Und dieses Ziel sollte jeder Coach oder Trainer vor Augen haben, die Lebensqualität seiner Klienten zu erhöhen und die Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Die sportliche Höchstleistung darf nicht missverstanden werden. Jeder einzelne (Hobby) Athlet hat seine individuellen Grenzen. Während der zwanzigjährige Sportstudent Kniebeugen mit 120 Kilogramm auf dem Rücken 15 mal bewegen kann, so ist es für einen Athleten um die 75 Jahre vollkommen ausreichend, wenn er noch 5-10 saubere Air-Squats macht. Für beide Athleten sind dann ihre individuellen Übungen und Wiederholungen ihre Höchstleistungen.